Schülerinnen und Schüler am Johann-Conrad-Schlaun-Berufskolleg erleben Klänge im Unterricht
(Flore) Klänge wirken über den taktilen Sinn und über unser Gehör und aktivieren damit unser Gehirn in vielfältiger Weise. Werden Klänge in Lernprozesse eingebunden kann Lernen leichter und effektiver gelingen.
Frau Barbara Flore, Fachlehrerin und Klangpädagogin nach P. Hess, hat am Johann-Conrad-Schlaun-Berufskolleg in der Klasse FOS 12 Soziales und Gesundheit, Klangschalen im Unterricht vorgestellt. Die Schülerinnen und Schüler
konnten dabei die Klangschalen auf ihrem Körper wahrnehmen und erfuhren die entspannende und aufmerksamkeitsrichtende Wirkung und Schwingung der Klänge auf Körper, Seele und Geist. Aufgeschlossen ließen sich die Schüler auf ein klangpädagogisches Setting zum Thema Abschied und Neubeginn ein und lernten eine entspannende und zielgerichtete Phantasiereise kennen. Sie setzten sich im Unterricht unter anderem mit der Frage auseinander, ob Klangschalen im Unterricht eingesetzt werden können und wenn ja, wie die Umsetzung konkret aussehen könnte.
Oft hindert uns die fehlende Motivation daran, Ziele, die wir uns gesetzt haben, zu erreichen. Hier können gezielte Phantasie- und Klangreisen eingesetzt werden, um unsere Vorstellungskraft zu aktivieren. Je häufiger wir uns in unserer Phantasie ein gewünschtes Ziel vorstellen, kann das dazu beitragen, dass wir unser Ziel auch tatsächlich erreichen. Denn unserem Gehirn ist es egal, ob wir die Situation tatsächlich erlebt haben oder es uns „nur“ vorstellen. Allein die Vorstellung von Situationen, Erlebnissen oder Zielen reicht aus, um die gleichen Gehirnbereiche zu aktivieren, die in einer konkreten Situation aktiv sind. Wenn dazu Klänge eingesetzt werden, die uns in tiefen Schichten berühren, und zusätzliche Gehirnbereiche aktivieren, kann zum einen die Wirkung der Vorstellungskraft verstärkt und unterstützt werden, zum anderen können wir in unserer Motivation gestärkt werden.
Als Klangpädagogin mit eigener Praxis in Warburg-Ossendorf setzt Frau Flore Klangschalen in ihrer Lern- und Lebensberatung ein. Hier können Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten durch Klänge und klangpädagogischen Settings ihre Ressourcen (wieder)entdecken und lernen, diese in ihren Alltag einzubringen. Hintergrund für Lernschwierigkeiten ist häufig eine Blockade, die durch frühere negative Lernerfahrungen entstanden ist. Durch gezielte klangpädagogische Settings und durch den Einsatz der Klänge können diese Blockaden aufgelöst werden.
Als Klangpädagogin begleitet Frau Flore auch Unterrichtsprojekte in Grundschulen und weiterführenden Schulen, die z.B. einen persönlichkeitsstärkenden oder gesundheitsfördernden Ansatz haben, mit Klängen und klangpädagogischen Settings.
Insbesondere bei Kindern mit ADHS/ADS können mit Hilfe der Klänge entspannende und beruhigende Augenblicke geschaffen werden, in denen ADHS Kinder durch den Klang nach innen spüren und sich selbst erfahren.
Die Lern- und Lebensberatung mit Klängen richtet sich an Menschen, die neue Lösungen und Wege im Leben beschreiten wollen. Die Klang-Lern-Settings tragen zur Stärkung der Resilienz bei, der Fähigkeit, sich trotz widriger Lebensumstände oder traumatischer Erfahrungen gesund zu entwickeln. In diesem Sinn ist die Klangpädagogik auch als präventive Intervention zu sehen.
Klänge und klangpädagogische Settings in der Lernberatung können zur allgemeinen Lernsteigerung eingesetzt werden, bei Entwicklungsverzögerung, bei Teilleistungsstörungen, bei ADHS mit und ohne Hyperaktivität, zur Prüfungsvorbereitung, bei Stress am Arbeitsplatz, in der fördernden Gruppenarbeit und Projektarbeit in Kindergärten, Schulen und Bildungseinrichtungen sowie in der Fortbildung von Erzieherinnen, Lehrerinnen und Therapeutinnen. |